Teil 3 – San Francisco und wir lernen den Nebel des Grauens kennen

Nun muss ich euch erst mal von unserem tollen Mietwagen erzaehlen. Aufgrund der vielen Fahrerei haben wir uns einen Van gemietet – mit so tollem Luxus wie automatischen Schiebetueren und sogar einer Kofferraumklappe, die auf Knopfdruck schliesst, ausserdem jede Menge Platz im Innenraum, mehrere Steckdosen und USB Anschluss, integriertes Videosystem…

Der Weg von Mariposa nach San Francisco fuehrt durch eine ruhige Gegend mit sanften Huegeln und kleinen Doerfern. Wir haben mehrere Plantagen mit Pistazienbaeumen gesehen. Bis dato wusste ich gar nicht, dass die leckeren Knabbereien an Baeumen wachsen. Allerdings habe ich auch noch nie darueber nachgedacht… Da sieht man doch mal wieder, dass Reisen bildet!

Wie man sieht, ist alles sehr trocken. Die Gegend muss im Fruehjahr wunderschoen sein, wenn das Gras gruen ist.

Nach all der Aufregung brauchten wir etwas Normalitaet, daher hiess unser Stopp kurz vor San Francisco Target, unser Lieblingseinkaufsladen – Kaffee trinken und Schuhe kaufen, danach ging es uns besser. Anschliessend fuhren wir zu unserem Hotel, das nicht direkt in San Francisco lag, sondern in San Mateo, einem Ort ca. 20 Meilen suedlich. Es ist einfach billiger, soweit ausserhalb zu wohnen. Daher konnten wir nach 2 Naechten in billigen Motels mal wieder einigermassen feudal in einem Holiday Inn Suite Hotel schlafen. In San Mateo schien die Sonne, allerdings war es ziemlich kuehl, nur etwa 18 Grad. Also zogen wir uns etwas waermer an und machten uns per Bahn auf den Weg in unsere Zielstadt. Und auf der Fahrt dorthin sahen wir ihn das erste Mal – den Nebel. Er lag tief, grau und undurchdringlich zwischen den Haeusern. Der Kaelteschock traf uns dann bei Ausstieg – 12 Grad Celsius! Und wir hatten alle kurze Hosen an…

Wir hatten fuer den ersten Tag keine festen Plaene und waren ziemlich orientierungslos. Wir wussten nur, dass wir gern mit der Cable Bahn fahren wollten. Also stiegen wir in die erstbeste Bahn, die irgendwie so aussah – eine alte (oder auf alt getrimmte?) Strassenbahn. Auf dieser Fahrt wurden wir maechtig enttaeuscht. Irgendwie hatten wir uns San Francisco toller vorgestellt… Es war eigentlich nur – naja, eine stinknormale Grossstadt. Und kalt. Unsere Laune sank und wir fanden alles doof. Wir sind also irgendwo aus der Bahn raus und mit der naechsten wieder zurueck gefahren. Ein paar Geschaefte und Strassenmusiker sahen ganz interessant aus, also sind wir dort ausgestiegen. Nachdem wir uns in einem Geschaeft aufgewaermt hatten, fanden wir dann endlich die richtige Cable Bahn. Die Haltestelle war unschwer daran zu erkennen, dass dort eine lange Schlange Touristen standen.

Der erste Versuch…

…und hier endlich die Gesuchte!

Die Touristenattraktion zeichnet sich natuerlich auch durch ueberzogene Preise aus, das ist bekanntlich ein globales Phaenomen. 24 Dollar haben wir fuer eine ca. 15minuetige Fahrt bezahlt.

Am meisten Spass hatten eindeutig die Leute, die draussen auf dieser kleinen Plattform standen. Wir sassen leider mitten in der Menschenmenge und haben nix gesehen. Stimmt nicht – wir hatten Spass an einer Frau, die es tatsaechlich schaffte im Stehen zu schlafen. Besonders interessant wurde es, wenn sie kurz wach wurde und die Augen so verdrehte, dass man nur den weissen Augapfel sah!

An der Haltestelle Lombard Street sind wir ausgestiegen. Hier konnten wir nun endlich sehen, wofuer die Stadt beruehmt ist – die huegeligen Strassen und der Ausblick bis zum Meer sind schon ziemlich faszinierend.

Die Lombard Street ist ganz schmal und windet sich schlangenfoermig den Huegel hinab, die Gaerten sind wunderschoen angelegt. Warum es allerdings fuer die Touristen interessant sein soll, sich dort muehselig mit dem Auto durchzuquaelen, ist mir ein Raetsel.

Anschliessend zogen wir weiter Richtung Wasser. Zwischendurch hatte wir einen wunderschoenen Ausblick auf Alcatraz und wir sahen das erste und einzige Mal die Golden Gate Bridge. Naja, was man so sehen nennen kann…

Die Kinder krakzelten ein bisschen zwischen einigen Baeumen herum, bis Andreas ploetzlich einen Obdachlosen entdeckte, der dort sein Nachtlager aufgeschlagen hatte. Es sollte nicht der einzige bleiben, dem wir auf unserer Reise begegneten. Wir haben zugesehen, dass wir schnell dort wegkamen… :-/

Auf dem Rueckweg zu unserer Bahn kamen wir durch das italienische Viertel, dort reihen sich leckere Baeckereien und schicke Restaurants aneinander.

Fuer den naechsten Tag hatten wir Tickets fuer einen Besuch der Gefaengnisinsel Alcatraz gebucht. Dieser Besuch sollte sich als absolutes Highlight San Franciscos herausstellen!

Ich hatte nicht besonders viel erwartet: Ein bisschen herumlaufen und Gefaengniszellen angucken… Als wir nach einer 15minuetigen Ueberfahrt auf der Insel ankamen, wurden wir zunaechst von einem Ranger begruesst, der uns einen kurzen Ueberblick ueber die Anlage gab. Anschliessend konnte man sich einen Film ueber die Geschichte von Alcatraz ansehen. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass die Insel einige Jahre nach Schliessung des Gefaengnisses fuer ca. 2 Jahre von Indianern besetzt wurde.

Wir holten uns die angepriesenen Audio Guides ab, die es zu unserer Begeisterung auch in Deutsch gab. Ein Erzaehler leitet durch die einzelnen Bereiche des Hauptgebaeudes und man erfaehrt allerlei Interessantes ueber die Zeit als Hochsicherheitsgefaengnis. Ehemalige Insassen und Gefaengniswarter kommen zu Wort und die Ausbruchsversuche werden als Hoerspiel dargestellt. Toll!

Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt und waren die $100 Eintrittsgeld (fuer uns 4 zusammen) wert!

Wieder zurueck auf dem Festland sind wir zum Fishermen’s Wharf gelaufen. Davon waren wir echt enttaeuscht, obwohl das ueberall im Internet als besonders sehenswert gehuldigt wird. Vielleicht liegt es daran, dass mich als Deichkind so ein Hafengebiet nicht vom Hocker haut? Jedenfalls gab es dort ausser ueberteuerten Restaurants und typischen Touristennepplaeden nichts zu sehen.

Insgesamt fanden wir San Francisco nett, mehr aber auch nicht. Vielleicht hatten wir nicht die richtigen Plaetze gefunden, oder es lag an der Kaelte, die uns ziemlich zugesetzt hat – ich weiss es nicht… Aber wir waren ja lange noch nicht am Ende unserer Reise angekommen!

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3 Antworten auf „Teil 3 – San Francisco und wir lernen den Nebel des Grauens kennen

  1. Der dritte Teil Eurer Urlaubserlebnisse ist, wie auch die ersten beiden, sehr interessant, und ich bin froh, dass du den Blog nur umbenannt hast. Ich habe einen ziemlichen Schrecken bekommen, als ich den Blog besuchen wollte und erfuhr, dass dieser gelöscht wurde. Ich freue mich nämlich immer, wenn du etwas neues berichtest.
    „Liselottegoeswest“ – hat das irgendwelche familiären Bezüge? 🙂

  2. Ja, der Name ist quasi „in memoriam“ 🙂 Ausserdem hat er mir schon immer gut gefallen. Und – danke!!!

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